Diesel wieder fast so günstig wie vor einem Jahr
31.01.2023, Schleswig-Holstein, Kiel: Die Zapfpistole an einer Tankstelle ist mit dem Schriftzug "Diesel B7" versehen. Ab dem 5. Februar 2023 will die Europäische Union keine Erdölprodukte wie Diesel, Benzin oder Schmierstoffe mehr aus Russland abnehmen. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Dieselpreis ist fast so günstig wie zuletzt vor einem Jahr und liegt wieder klar unter dem Benzinprei. Die AUTO ZEITUNG gibt Rat, wann Autofahrende billig(er) tanken können.
AKTUELLER BENZINPREIS & DIESELPREIS IM FEBRUAR 2023
Der Dieselpreis an deutschen Tankstellen ist fast wieder auf dem Stand wie vor einem Jahr und damit wieder klar günstiger als der Preis für E10. Das zeigt die ADAC-Auswertung vom 22. Februar. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete Diesel-Treibstoff am Dienstag (21. Februar) 1,733 Euro pro Liter und war damit 2,9 Cent günstiger als noch vor einer Woche. Zuletzt war der Preis für Diesel im Vorjahr, am 27. Februar 2022, so günstig. Ein Liter Super E10 kostet im Schnitt 1,756 Euro und hat mit 0,7 Cent einen geringeren Rückgang. Diesel ist so zum ersten Mal wieder deutlich billiger als Benzin. In der Vorwoche war der Dieselpreis zum ersten Mal wieder günstiger als E10, jedoch nur um minimale Beträge. Jetzt ist der preisliche Unterschied klarer. Damit nähern sich die Werte wieder dem Normalzustand. Denn da Diesel niedriger besteuert wird, ist der Treibstoff allgemein rund 15 Cent günstiger als E10. Dieses Verhältnis hatte sich durch den Ukraine-Krieg und die Diskrepanzen des Kraftstoffmarktes umgekehrt. Durch die allmähliche Regulierung des Preises seit Herbst 2022 hatte die Preisschere jedoch immer weiter abgenommen. Auch die Tatsache, dass die Heizperiode zu Ende geht, hat positive Auswirkungen auf den aktuellen Dieselpreis.
TIPPS & TRICKS: SO GÜNSTIG TANKEN
- Ungeachtet der Preisentwicklungen an den Tankstellen empfiehlt der ADAC Fahrer:innen von Benzin-Autos nach Möglichkeit auf Super E10 umzusteigen. Das zahlt sich laut den Expert:innen gleich doppelt aus: Wenn alle Pkw, die E10 technisch vertragen, auch damit betankt würden, könnten in Deutschland bis zu drei Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Und auch finanziell lohnt sich E10 für die Autofahrer:innen. So kostet ein Liter Benzin mit dem bis zu zehnprozentigen Bio-Ethanol-Anteil im Schnitt fünf Cent weniger als Superbenzin, das bis zu fünf Prozent Bio-Ethanol enthält. Der deutliche Preisanstieg beim Tanken zum Jahreswechsel aufgrund der neuen CO2-Abgabe könne damit zu einem Gutteil aufgefangen werden.
- Der ADAC betont, dass Autofahrer:innen Einfluss auf die Spritpreise haben können und billig(er) tanken können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen – etwa durch entsprechende Tank-Apps – und die günstigste Tankstelle anzusteuern.
- Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an, um günstig tanken zu können: Aktuelle Auswertungen zeigen, dass Benzin und Diesel morgens gegen 7 Uhr am meisten kosten, in den Abendstunden zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten sind. Wer dann tankt, kann im Schnitt bis zu sieben Cent je Liter sparen. Auch zwischen den gängigen Markentankstellen können die Preisunterschiede erheblich sein.
- Der ADAC empfiehlt, vor längeren Autobahnreisen schon am Abfahrtsort zu tanken. Autofahrer:innen könnten demnach billiger tanken sparen: Nach einer 50-Liter-Tankfüllung verbleiben beim günstigeren Benzinpreis im Schnitt 10,70 Euro mehr im Geldbeutel, beim Dieselpreis sogar 11,90 Euro. An Tankstellen, die sich im Umkreis von Autobahnausfahrten befinden, liegen die Kraftstoffpreise der Preisanalyse zufolge immer noch gut zwei Cent höher als im restlichen Straßennetz abseits der Schnellstraßen. Für Autofahrer:innen, die während einer Autobahnreise tanken müssen oder wollen, können die oft nur weniger Hundert Meter neben der Ausfahrt liegenden Autohöfen daher eine preisgünstige Alternative sein. Preisunterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen fallen dem ADAC zufolge dabei eher gering aus und auch die Differenz zwischen Tankstellen im Autobahnnetz und denen im übrigen Straßennetz ist an allen Wochentagen ähnlich.
- Wer an Autobahntankstellen tankt, zahlt einen durchschnittlich rund 20 Cent teureren Benzinpreis oder Dieselpreis, wie eine deutschlandweite Preisanalyse des ADAC zeigt. Super E10 ist dabei an Autobahnen im Mittel um 21,4 Cent teurer als im übrigen Straßennetz, für Diesel wird durchschnittlich 23,8 Cent mhr berechnet. Gründe dafür sind unter anderem, dass Autobahntankstellen in der Regel an 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet sein müssen. Tankstellen jenseits der Autobahn dürfen hingegen schließen, wenn wenig los ist – was Kosten spart.
This article is originally published by autozeitung.de
